*Mitternachtssnack

Liebe Gemeinde,
letzte Nacht, bevor ich meinen Körper zur Ruhe betten wollte, verspürte ich ein leichtes Ziehen in der Magengegend.
Es ließ sich eindeutig als „Hüngerchen“ interpretieren.
Also wurde ich aktiv und folgte einer, dem voran gegangenen, stundenlangen, Stöbern auf Pinterest geschuldeten, Eingebung und zauberte aus dem Inhalt meines Gemüsefaches zu der späten Stunde dies himmelsgleiche Mitternachtsmahl.

Zutaten:

Aubergine
Tomate
Knoblauch Öl
Käse (Scheiben/gerieben)

Zubereitung:
Ofen auf 220 ºC Umluft vorheizen.
Als Grundlage die Aubergine in etwa 0,5 cm dünne Scheiben schneiden.
Ebenso mit der Tomate verfahren.
Die Auberginenscheiben mit Knoblauch Öl einpinseln, die Tomate darauf plazieren.
Nach belieben mit italienischen Kräutern würzen – oder frisch belegen.
Den Käse daraufgeben.
Für 15 Minuten im Ofen erhitzen.
Servieren.

Ich habe dazu einen Kleks Schmand als Dip auf den Teller gegeben, aber was auch immer ihr gerne dazu essen würdet, taugt genau so.
Ich empfehle, auf jeden Fall noch Brot dazu zu reichen- sofern die Mahlzeit sättigen soll.
Aber auch super als Appetit-Anreger oder Gemüsebeilage geeignet.

Serves me well.

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Thank you, LORD, for vegetables and cheese.
~( a m e n )~

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*Ruckizucki-ich!hab!hunger!-Auflauf

Hallo Leute!
Und es geht direkt weiter mit den herzhaften Hauptgerichten.
Ich kann nur sagen, meine ‚Jungs‘ (Freund&WG) mögen dieses Gericht sehr und die Chancen stehen gut, dass es euch da genau so geht.
Ich liebe Aufläufe! Geht schnell und man kann sich mehr oder weniger Mühe dabei geben, aber Satt wird man auf jeden Fall!
Let’s go!

Zutaten für eine Auflaufform (4-6 Hunger)
*Nudeln (Keine Spaghetti- eher kurz und bündig. Oder Tortellini/Gnocci/Schupfnudeln)
*Eine Zwiebel, ggf. Knoblauch
*300-500 g Hackfleisch/Sojahack/+Gemüse, je nach Hackanteil
*eine halbe Tube Tomatenmark
*ein Becher Sahne
*eine Packung Frischkäse mit Kräutern

Zubereitung:
1. Die Auflaufform ca zur Hälfte mit den Nudeln befüllen. Diese Menge dann nach Packungsanweisung bissfest garen und abgießen. In der Auflaufform verteilen.
1a. Zwiebel würfeln. Knoblauch fein hacken. Eine große Pfanne/Topf mit Öl auf den Herd stellen und so richtig heiß werden lassen. Den Knoblauch erst am Ende kurz zugeben, sonst wird er bitter)
2. Ofen vorheizen – 200 ºC Ober/Unterhitze oder 180 ºC Umluft
3. In das heiße Öl das Hack und die Zwiebeln (oder was ihr noch in eher kleine Stücke geschnitten habt) geben und braten, bis das Hackfleisch durch ist. Großzügig mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken.
4. Die halbe Tube Tomatenmark hinein drücken, kurz mitrösten.
5. Die Sahne und den Frischkäse mit 1/4 l Gemüsebrühe in den Topf geben, rühren, bis der Frischkäse sich aufgelöst hat, Sauce noch mal abschmecken.
6. Jetzt die Sauce über die Nudeln geben und alles vorsichtig vermischen. Den Käse darüber verteilen.
7. Die Form in den Backofen schieben und den Auflauf goldbraun überbacken.

Guten Appetit!

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*1000und1-Variante-Cookies (a.k.a. Frühstückstaler)

Tatatataaa! Hier bekommt ihr nun also das vor einer halben Ewigkeit schon angeteaste Rezept der famosen Frühstückskekse.

Dieses Rezept ist als Grundrezept zu verstehen. Die Alternativen habe ich euch in Klammern gesetzt, und solange die Mengenangaben eingehalten werden, sollte da eigentlich nix schief gehen!

Für etwa 20-30 Cookies
Zutaten:
150 g weiche Butter
160 g brauner Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
1 Ei, Größe M
150 g Mehl
3/4 Päckchen Backpulver
Salz
200 g zarte Haferflocken (oder z.B. 100 g kernige + 100 g zarte (das hab ich gemacht) // 100 g Kokosflocken + 100 g Haferflocken // oder jede andere beliebige Sorte Flocken und/oder gemahlene Nüsse in Kombination)
200 g Blaubeeren (hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Gehackte Nüsse, Rosinen, Cranberries, andere getrocknete Früchte oder auch, wie in diesem Fall, frische Beeren, Schokolade, Smarties, klein gehackte Schokoriegel und so weiter und so weiter, gerne auch in Kombination- alles, was das Herz begehrt!)

Zubereitung:
Zuallernächst: Ofen vorheizen! E-Herd 175 °C | Umluft 150 °C
1. Die weiche Butter und die beiden Zucker in einer Schüssel in etwa 5 Minuten cremig schlagen.
2. Ei untermischen.
3. Das Mehl, Salz und Backpulver zusammen in die Schüssel sieben und so lange auf mittlerer Stufe weiter schlagen, bis alles grade gut vermischt ist.
4. Erst Haferflocken, dann Blaubeeren unterheben. Das ist ein wenig fummelig, der Teig ist relativ fest und die Beeren sollten nicht platzen, also habe ich sie ganz vorsichtig mit den Händen untergehoben.
5. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Einen gehäuften Esslöffel Teig zu einer Kugel formen und je 9 Stück auf ein Blech verteilen. Ein wenig flach drücken.
6. Im Ofen 15-17 Minuten backen.
7. Derweil das Gitter mit Backpapier belegen. Cookies aus dem Ofen nehmen, noch 5 Minuten ruhen lassen und anschließend vorsichtig mit einem Pfannenwender auf das Gitter legen. Auskühlen lassen.

Ich habe die Kekse mit etwas mehr Teig gemacht und nur 6 Stück auf ein Blech gelegt. Nachdem sie abgekühlt waren, habe ich den größten Teil eingefroren. Sie dienen mir so – morgens schnell in den Toaster geworfen – als FrühstückCHEN, bevor ich gar nichts im Magen habe. Müsli in Keksform! *chi*
Was auch ziemlich lecker wird: Eine große, reife Banane (mit braunen Flecken!) gründlich zermatscht unter den Teig heben und zusätzlich mit einer Prise Zimt würzen. Dazu gehackte Walnüsse- ein Traum! Vor allem noch warm… oder wieder warm, frisch aus dem Toaster!

Viel Vergnügen beim Ausprobieren!
Wenn ihr Lust habt, kommentiert mit eurer Lieblingsvariante!

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*Erdnuss-Sauce

Hier ein sehr kurzer Eintrag der Kategorie „What is Jamie eating today?“.
Ich habe gerade durch Zufall herausgefunden, wie Erdnuss-Sauce funktioniert.
Es gab heute also Mie-Nudeln mit Gemüse, Tofu und Erdnusssauce.
Hier kommt das Rezept:

Für zwei mittlere Hunger:
* Ein Glas Wasser (so warm es der Wasserhahn hergibt)
* 2 geh. TL Erdnussbutter
* Zucker
* Zitronensaft
* Thai-Gewürz oder eine Würzpaste, die ihr mögt
* Sojasauce
* Reismehl (oder Stärke)

Zubereitung:
Die Erdnussbutter im heißen Wasser auflösen. Einen halben TL Zucker ebenfalls darin auflösen. Einen kräftigen Spritzer Zitronensaft dazu, und kräftig Thaigewürz dazuschütteln. Einiges an Sojasauce untermischen. Das Ganze probieren und nach belieben weiter mit Sojasauce und Gewürz, Zitronensaft und Zucker abschmecken.

Am Ende einen gehäuften EL Reismehl (oder einen geh. TL Stärke) hinzugeben und das ganze über das Gemüse (& Tofu/Fleisch) kippen, was ihr vorher im Wok angebraten habt. Aufkochen, um es anzudicken. Eventuell nochmal etwas Reismehl unter Rühren einstreuen oder etwas Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und dann zugeben (damit es nicht klumpt), bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Guten Appetit!
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*Baumkuchentorte [mit glutenfreier Variante in Klammern]

Guten Abend,

dies ist ein etwas aufwändiges Rezept, aber für die passionierten Küchenfeen & -zauberer unter euch eine willkommene Herausforderung. Toll als Geschenk geeignet!
Auf los geht’s los! Nehmt euch mindestens 2,5-3 Stunden Zeit (Abkühlzeit eingerechnet, Erstarren der Glasur noch nicht), bis der Kuchen fertig glasiert und die Küche wieder aufgeräumt ist.
Ich will ehrlich sein: Es ist eine Schweinearbeit, aber es ist auch, auf gut Deutsch, einfach sau lecker.

Glutenfreier Baumkuchen

Zutaten für eine Springform (26 cm Durchmesser)

Zum Vorbereiten:
400g Marzipanrohmasse
50g Puderzucker

Für den Rürteig:
250g Butter oder Margarine
250g Zucker
1 Pck. Vanillinzucker
1 Prise Salz
6 Eier (M) – 4 davon trennen
75ml Amaretto oder Cognac (oder Milch)
150g Weizenmehl [Glutenfreier Mehlmix]
100g Speisestärke [gemahlene Mandeln]
3 gestrichene TL Backpulver

Für die Glasur:
200g Halbbitter Kuvertüre
1 EL Speiseöl

Vorbereiten:
1. Alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Die Butter kann schon direkt in die Rührschüssel gewogen werden.
Am besten schon Mal alles, was nicht mehr gebraucht wird, wieder wegräumen, wenn ihr mit dem Kuchen fertig seid, habt ihr keine Lust mehr, die Küche aufzuräumen. 😉
2. Die Marzipanmasse mit dem Puderzucker verkneten, in vier gleich große Stücke teilen. Drei Stücke zu je einer Kugel formen und zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie zu runden Platten von etwa 24 cm Durchmesser ausrollen. Das vierte Stück in Folie schlagen und zur Seite legen.
3. Vier Eier trennen. Das Eiweiß sehr steif schlagen.
4. Mehl und Backpulver mischen.
5. Springform am Rand gut fetten und den Boden mit Backpapier bespannen.

Zubereitung:
1. Für den Teig die Butter auf höchster Stufe in etwa 4 Minuten geschmeidig rühren. Nach und nach Zucker, Vanillinzucker und Salz unterrühren. So lange rühren, bis eine gebundene Masse entstanden ist.  Jetzt den Grill des Ofens auf ca 200° C vorheizen. Nun nach und nach Eier und Eigelbe unterrühren (jedes etwa 1/2 Minute). Flüssigkeit kurz unterrühren (Amaretto/Milch).

2. Mehl mit Backpulver in zwei Portionen auf den Teig sieben und unterrühren. Eiweiß unterheben.

3. Nun ist äußerste Aufmerksamkeit gefordert. Geht noch mal Pipi machen, trinkt ein Glas Wasser, denn das könnt ihr euch für die nächsten 30-40 Minuten abschminken.
Ab jetzt wird Schicht für Schicht des Baumkuchens einzeln unter dem Grill gebacken. Ihr müsst neben dem Ofen stehen bleiben, denn von „ach, das ist ja total hell“ zu „scheiße!!! vesaut!!!“ sind es manchmal nur 10 Sekunden und wenn ihr mitten im Kuchen eine schwarz verkohlte Schicht habt, kann man es nicht mehr retten.
Die erste Schicht erfordert noch etwas Geduld, es dauert einen Moment bis sie bräunt, aber wenn sie anfängt, braun zu werden, geht es sehr fix. Legt eine feuerfeste Unterlage auf die Küchenoberfläche eurer Wahl, der Weg zum Backofen sollte nicht zu lang sein.
Für die erste Schicht verteilen wir also  2 gut gefüllte EL Teig auf dem Boden und streichen sie glatt  und backen sie unter dem vorgeheizten Grill des Backofens auf der Schiene über der mittleren Schiene des Backofens hellbraun. (Kurz nach dem Reinstellen sofort Ofenhandschuhe /Topflappen holen und dannwieder brav neben dem Ofen wachen.)
Herausnehmen und etwa 1,5 EL Teig als nächste Schicht mit einem EL auf dem Boden verteilen. Das scheint sehr wenig zu sein, aber je dünner die Schichten, desto geschmackvoller der Kuchen (Röstaroma, Maillardreaktion und so). Nach etwa einem Viertel legt ihr eine Marzipanplatte auf und darauf eine Schicht teig und nach dem zweiten Viertel genau so und die dritte Platte werdet ihr auch noch unterbringen müssen, bevor der Teig zu Ende ist. Das kriegt ihr schon hin! 😉

4. Nach der letzten Schicht  die Torte etwa 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann präzise mit dem Messer vorsichtig vom Rand lösen, auf ein Gitter ziehen und vollständig auskühlen lassen.

5. Für den Guss die Kuvertüre im Wasserbad (das Wasser ist knapp unter dem Siedepunkt zu halten) auflösen, dann Öl gründlich unterrühren und die Torte damit überziehen.

6. Für die Verzierung sind  eurer Phantasie, wie immer, keine Grenzen gesetzt. Das Marzipan einfärben, ausstechen, ganz nach Herzenslust und Freude. Lässt sich gut herstellen, wenn die Glasur trocknet.

Ich denke, mit meiner Rezeptbeschreibung habe ich einen absolut  Chaoten-sicheren Weg geschildert, diesen Traumhaften Kuchen zu backen. Ich selbst bin in der Küche der größte Verpeiler, deshalb schreibe ich auch Schritte, die gut organisierten Menschen vielleicht völlig selbstverständlich vorkommen, genau auf.

Ich wünsche allen, die diesen Kuchen kosten dürfen, einen wonnevollen Genuß!

Au revoir, bis zum nächsten Mal! :-*

glutenfrei leben Pt. IV – the show must go on

Nachdem ihr jetzt ausführlichst über die 1. Woche bescheid wisst, folgt- wer hätte es erraten? – Woche ZWEI.

Montags in der zweiten Woche muss ich zum 1. Mal in der Mensa essen. Es ist nicht so einfach, persönlichen Geschmack, Angebot und aufpassen unter einen Hut zu bringen. Gluten ist ja nicht deklarationspflichtig und wie schon erwähnt enthalten Dinge, denen man mit gesundem Menschenverstand „Glutenfreiheit“ zuschreiben würde, oft aus irgendeinem Grund doch etwas mit Gluten. Zu nennen wäre hier z.B. Malzextrakt, der oft zum färben und süßen eingesetzt wird und Gluten enthält. Die Saucen in der Mensa müssen irgendwie abgebunden werden- ob das mit Mehl oder Stärke passiert, kann man von außen ja nicht sehen. Sind in den Gemüsebratlingen nicht doch auch Weizenbestandteile?

Ich entscheide mich für „Beilage mit Beilage“ und esse gekochte Kartoffeln mit gegartem Gemüse und dazu eine Mayonnaisige Salatsauce, von der ich hoffe, dass sie kein Gluten enthält, aber ich bin hungrig und pokere somit, was die Sauce angeht. Gut, zugegeben, es ist kein Festmahl, aber man kann’s essen.

Nach der Uni muss ich mir Gedanken über’s Abendessen machen und mein Kopf fühlt sich leer und ideenlos und unkreativ an. Sich ständig so viele Gedanken machen zu müssen ist ganz schön anstrengend. Zum Glück spuckt mein Kopf dann noch die rettende Idee aus: AUFLAUF! Das Projekt macht mir immer nochSpaß, aber zwischendurch wünsche ich mir eine kleine, rettende Pille, wie Laktose-Intoleranz-Patienten sie haben. Etwas, das mir erlaubt, doch mal ein Crepe zu essen. Oder ein paar Kekse… Doch bisher ist nichts dergleichen auf dem  Markt zu finden, also diese Gedanken einfach streichen und daran denken, wie viele positive Seiten eine Glutenunverträglichkeit haben kann.

Zunächst dominiert natürlich das Gefühl, man  bekäme etwas weggenommen. Besinnt man sich jedoch auf die Dinge, die man darf, muss man aus dem eingefahrenen Trott ausbrechen und neue kulinarische Genüsse entdecken. Experimentieren, Dinge probieren. Und wenn man das wirklich wollte, könnte man sich auch als Zöliakiepatient von Pommes, Pizza und dem anderen ungesunden Zeug ernähren, was man plötzlich zu vermissen glaubt. Ist dann eben ziemlich teuer!

Dienstags passiert nichts spannendes, ich muss zwei Mal auswärts essen, bekomme so langsam Übung! Habe mir die früher erwähnten Cornflakes gekauft, aber noch nicht gegessen.

Am Mittwoch schaue ich mich bei BUDNI um und muss feststellen, dass es hier einiges an glutenfreien Produkten gibt. Mein Herz macht einen Hüpfer und ich freue mich über Toastbrötchen und Schokokekse, die ich später an der Alster mit den Enten teile. Zum Abendessen will ich meinen etwas schlapp gewordenen Rucola verarbeiten und werfe es mit Parmesan, Olivenöl und Knoblauch in den Mixer. Pesto Rucola- himmlisch! Rezept findet ihr auch hier auf meinem Blog.

Donnerstag ist der lange Tag in der Uni und ich muss mir Brote machen. Eigentlich hasse ich geschmierte Stullen und akzeptiere sie nicht gerne als „Essen To Go“, aber etwas anderes bleibt mir nicht übrig. Zum Frühstück gab es die Schokoflakes von Kellogg’s- eine weitere Frühstücksalternative, die in meine Liste aufgenommen wurde.

Freitags steht ein Soziales Event an, das mir buchstäblich Bauschschmerzen bereitet. Eine Art „perfektes Dinner“ mit freundinnen, abwechselnd kocht eine von uns, jeden Monat wechselnd. Meine Mitbewohnerin macht selbst gemachte Maultaschen und ich entscheide mich, das Höllenfeedback meines Darms in Kauf zu nehmen, um nicht wieder eine Extrawurst zu sein und auch, weil ich das Essen unbedingt genießen will, denn es duftet köstlich und genau so schmeckt es dann auch. Patzer Numero Uno!

Samstag, Grand-Prix Tag.  Wieder viel unterwegs, Mittagessen beim Indischen Imbiss am Hauptbahnhof, gelber Reis und Hühnchen mit einer leichten Tomaten-Sahne-Sauce, landet auf der Liste für „Auswärts essen ohne Gefahr“. Zum Abendessen gibt es ein weiteres Mal Reisnudeln mit Erdnusssauce und Pak Choi. Ich bin begeistert von Reisnudeln. Ich wäre ohne dieses Projekt nie auf die Idee gekommen, sie zu probieren, und auch Pak Choi hätte ich nie entdeckt. Das ist das, wovon ich weiter oben gesprochen habe- wenn man die Augen ein wenig öffnet, lernt man viel Neues kennen. Es gibt ja nicht nur Brot und Nudeln auf der Welt!

Sonntags ging es notgedrungen in den EDEKA am Hauptbahnhof, da der Wocheneinkauf irgendwie verdaddelt wurde. Rette sich wer kann, das mache ich nicht mehr freiwillig, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt! Viel zu viele Menschen auf viel zu wenig Raum, man könnte meinen, es wäre ein Fliegerbombeneinsatz angekündigt worden und alle müssten sich auf eine Woche im Schutzbunker vorbereiten, Herr Jesus, wtf. Die Auswahl an Sondernahrung für mich und Mitleidende ist allerdings erstaunlich gut. Nudeln, Brot, Kekse, alles, was man so zum überleben benötigt und zu normalen EDEKA – Preisen..
Sonst lief der Tag ziemlich unaufgeregt, ich habe noch eine Portion Indisch warm gemacht und mich ausgeruht. Hatte ich mir nach dem Run im HBF auch verdient!

~Dieses war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich~

 

*glutenfrei Leben Pt. III – besser spät als nie

Liebe Freunde

meiner unzuverlässigen, treulosen Schreibe,
ich hoffe ihr könnt mir nachsehen, dass ich aufgund etlicher unvorhersehbarer Ereignisse in meinem Leben und aus gesundheitlichen Gründen mein Blog und damit euren Lesedurst ein wenig vernachlässigen musste.
Ich habe das Projekt nicht abgebrochen, nur die Berichterstattung. Ich habe den Monat bis zum bitteren Ende durchgezogen und davon werde ich euch jetzt ausführlich berichten. Allerdings etwas kürzer gefasst, nicht tageweise, ich habe das Gefühl, das sprengt einfach den Rahmen.

Woche 1 | Donnerstag – Sonntag

Am Donnerstag stehe ich vor der Herausforderung, quasi den ganzen Tag unterwegs zu sein. Es ist wirklich nicht sehr einfach, außerhalb glutenfrei zu essen, weil man entweder Dinge überhaupt nicht darf und das auch weiß, oder es so aussieht, als dürfe man es essen, aber nicht genau weiß, ob es nicht doch in irgendeiner Form mit Gluten in Berührung kam, z.B. kann eine Sauce ja sehr gut mit Mehl abgebunden sein oder in Currywurst wird auch oft Mehl als Dickungsmittel verwendet. Ich denke also darüber nach, was ich mitnehmen könnte und kippe 100 g glutenfreie Pasta und eine Dose Fisch in Tomatensauce zusammen, verpacke es in einer Tupper-Dose und nehme es mit zu meiner Freundin. Lässt sich durchaus essen (in der Not frisst der Teufel Fliegen) und Nudelsalat kann man in etlichen Varianten für unterwegs anfertigen. Scharf, mit Curry, mit Mayo, mediterran, asiatisch…
Mein Abendessen muss auch außerhalb eingenommen werden und ich stoße (auf dem Weg zu MCDonald’s, Pommes essen) auf einen Laden, der sich „Kumpir“ nennt. Sieht aus wie eine Dönerbude mit Sitzgelegenheiten, aber wir sind jung, arm und hungirg, also bleibe ich stehen und lese mir das „Menu“ durch. Jackpot! Kumpir verkauft Backkartoffeln zum Selbstzusammenstellen. Die Kartoffel mit Käse ist die Grundlage und dazu kann man alles mixen  & matchen, wonach das Herz begehrt. Huhn, Thunfisch, Mais, Bohnen, Salat, Feta, … verschiedene Saucen, Sour Cream… also quasi wie Subway nur eben mit Backkartoffeln und somit für Zöliakieleidende geeignet. Und bei einem Abendessen für unter 4 € kann man wirklich nichts sagen. Entdeckung des Tages !
Abends trinke ich noch ein Glas mich und esse ein paar glutenfreie „Oreo“-Kekse dazu. Mjamm! I like.
Freitagmorgen traue ich mich an das glutenfreie Leinsamenbrot und beherzige den Tipp, es zu toasten. Ungetoastet schmeckt es für mich einfach zu salzig und der intensive Eigengeschmack löst auch keine Begeisterungsstürme aus- aber wie gesagt: Geröstet schmeckt es okay.  Wenig später wird mir klar, warum Leinsamen als Wundermittel bei Verdauungsbeschwerden gelten. Es ist erst Tag 5 und langsam wird es schwierig, den Duft eines Bäckerladens zu ertragen. Früher hat mich das nie besonders angemacht. Aber jetzt scheinen die Backwaren noch leckerer auszusehen, extra für mich präsentieren sie sich im besten Licht. Aber ich wende mich ab und bin stark. Immerhin ist meine Schoko-Frühstücks-Creme glutenfrei. Abends bei einer Freundin, Wohnungseinweihung, danach auf den Kiez. Auf der Party esse ich jede Menge Süßigkeiten (Schokolade, M&Ms, Schaumküsse ohne die Waffel) und auf der großen Freiheit stille ich meinen Fastfood-Jieper dann mit POMDÖNER ! Die beste Erfindung aller Zeiten in diesem Moment, ein Anker im weiten, tosenden Meer, denn was sonst hätte ich auf dem Kiez essen sollen?
Am Samstag der ersten Woche überlege ich, was ich mal zum Abendbrot kochen könnte und einige mich mit mir selbst auf Risotto. Als ich dann das halbe Tütchen Risottoreis glücklich aus dem hintersten Eck meines Schrankes gekramt habe, zerplatzt mein Traum von einem cremigen, würzgen Reisgericht auch schon wieder: KANN SPUREN VON GLUTEN ENTHALTEN. Alles klar, Packung, du bist eh Ende 2011 abgelaufen, ich hätte dir ja noch die Chance gegeben, aber so nicht, Freundchen! Ab in die Tonne. Es gibt dann trotzdem „Risotto“ a.k.a. Reispampe mit Basmatireis, Parmesan, Sahne, frisch gehacktem Basilikum und Rucola. Noch ein paar Cocktailtomaten geviertelt dazu et voilà, le pseudo-Risotto est preparèe und fertig zum genießen. Lecker ! An diesem 6. Tag kommen mir erste Zweifel, ob dieses Experiment jemals jemandem außer mir nützen wird und hoffe es. Einen Nutzen bringt es auf jeden Fall: Ich ernähre mich gesünder. Ich denke eben mehr nach, wie ich einkaufen kann und was, ich koche öfter frisch, weil fertiges Essen kaum noch drin ist: Pizza, meine geliebten Pelmeni, allerhand Sorten Müsli und andersartiger Frühstückscerealien, in die ich absolut vernarrt bin… Aber die Liste des Verzichtes ist nicht länger als die Liste derer Dinge, die man dazugewinnt. Abwechslung auf jeden Fall. Man muss seine Fühler ausstrecken, damit man nicht immer das gleiche isst, und es gibt so viele Dinge, die man sonst einfach links liegen lässt. Eigentlich ist es gar nicht so schwer.
Dennoch lüstele ich am Sonntagmorgen nach Sonntagsfrühstück. Pancakes… arme Ritter… Zu diesem Zeitpunkt komme ich nicht auf die Idee, das man das auch ohne weiteres glutenfrei zubereiten kann, also esse ich, ihr dürft raten: Maiswaffel mit Frischkäse und Ei. Ich mag das sogar lieber als Brot oder Brötchen. Aber als meine Mitbewohnerin allerdings zwei Scheiben ihres selbst gebackenen Brotes in den Toaster legt und die ganze Küche mit dem Duft erfüllt wird, muss ich schon ein wenig schlucken. Allerdings lasse ich mich von den glutenfreien Erdbeeren trösten, die ich mir nun schon die ganze Woche fast jeden Tag gönne. Zum Abendessen gibt es Reste des Risottos, diesmal mit Hühnchenfleischbeilage.

Fortsetzung folgt!