*GLUTENFREI LEBEN, Pt. II

Heute geht es weiter mit meinem kleinen Bericht über die erste Woche meines Glutenfreien Monats.
Vonrweg aber eine Vorschau, was noch alles dazukommen soll:

* ein Rezeptbuch
* eine Liste mit „Spezialnahrungsmitteln“, also extra als „glutenfrei“ deklariertes, wie z.B. Nudeln, Brot, Kekse usw. mit Bewertungen, ob sie zu was nütze und genießbar sind.

Ja, das klingt nach nicht viel, aber es macht einiges an Arbeit, weil ich es auch gut für euch machen will.
Ich werde versuchen, auch auf den preislichen Vergleich zu herkömmlichen Produkten einzugehen.
Also nicht ungeduldig werden- es kommt alles und ich muss mich erst mal wieder daran gewöhnen, so regelmäßig und umfangreich zu schreiben 🙂

Aber bei so viel positiver Resonanz von eurer Seite werde ich motiviert weitre machen. So, nun zum Wesentlichen.

1. Woche
Dienstag
Heute will ich mein Glück auf Empfehlung des unten genannten Freundes in einem Supermarkt versuchen, der etwa 15 Minuten mit der Bahn von mir entfernt liegt: REAL. Ein Mal hin, alles drin? Let’s hope so. Wenn ich nicht bald eine gute, zuverlässige Quelle finde, wird mir das zu einseitig. Immer nur das, was ich bei Kaufland gefunden habe? Äußerst mager.Ich betrete als ja ähnlich groß ist wie Kaufland und auch ähnlich beleuchtet, aber immer hin ein bisschen besser sortiert. Ich habe mir zur Verstärkung noch eine Freundin mitgenommen. Wir schlendern also durch den Laden, kommen an einem Kühlregal voller Tofu und Fleisch-Ersatz-Produkte vorbei, was auch sehr erfreulich ist, denn auch meine Vegane Zeit wird kommen. Ich schaue zuerst ins Brotregal und stelle fest, das ich hiernichts glutenfreies finden werde. Mein Weg führt mich zur Kühlabteilung für Milchprodukte und bevor ich weiter meine Zeit veschwende, wie beim letzten Mal, spreche ich gleich eine Mitarbeiterin an, die grade damit beschäftigt ist, Joghurts ins Regal zu füllen. „Entschuldigen Sie, mich interessiert, ob sie ein Extra-Regal im Markt haben, mit glutenfreien Produkten?“ Ich lächle sie noch freundlich an. Motiviert antwortet sie mir: „Ja, sicher, das ist gleich hier drüben, ich zeige es Ihnen.“ Ich denke mir noch: Gleich hier drüben? In der Kühlwarenabteilung? Was haben denn Brot und Nudeln bei Joghurt und Käse zu suchen? Keine fünf Schritte weiter bleibt die Dame stehen und zeigt auf einen Abschnitt im Kühlregal. „Hier, bittesehr! Das ist alles, was wir an Spezialprodukten haben.“ Sie macht eine auslandende Handbewegung. Die Auswahl ist tatsächlich recht gut. Nur stehe ich leider vor einem Regal, das mir LAKTOSEFREIE Produkte darbietet… So viel zum Thema Verkäuferinnenfachkompetenz. Gluten und Lactose, iss doch alles dat gleische!!! Um mir noch mehr Sucherei zu sparen, rufe ich meinen Freund kurzerhand an und bekomme gesagt, wo sich das Regal befindet.
Als ich endlich davorstehe atme ich erleichtert auf. Alles schön ordentlich auf einem Fleck, sortiert und die Auswahl der verschiedenen Sachen ist auch nicht wirklich schlecht. Mein Blick fällt sofort auf die nach meinen Lieblingskeksen aussehende Packung (wenn ich jetzt verrate, dass es Oreo-Kekse sind, ist das dann Schleichwerbung und ich werde verklagt? Hm. Ich lasse es mal darauf ankommen). Ich bemerke, dass es auch zwei, drei Müslisorten gibt, die aber recht teuer sind und vor allem einfache Cornflakes. Gebildet, wie ich bin, bin ich der englischen Sprache mächtig und übersetze, dass „Cornflakes“ so viel wie „Maisflocken“ bedeutet. Müssten da nicht die „Originale“ aus dem Cerealienregal auch per se Glutenfrei sein?
Das lässt sich einfach herausfinden, da ja in Deutschland Gott sei Dank alle Zutaten und Allergene auf der Packung angegeben sein müssen. Konzentriert lese ich mir die Zutatenliste zu und werde zügig von einem netten Herrn angesprochen, der mich darüber aufklärt, er sein von Kellogg’s selbst und ob er mir denn helfen könne? Als ich ihn mit der Problematik konfrontiere gibt er zu: „Ohhhww.. Da haben sie mich jetzt aber eiskalt erwischt!“ Ich grinse süffisant. Er hat noch einen Kollegen dabei, der auch ratlos ist. Auf der Packung ist Gerstenmalz als zweite Zutat angegeben und ich kann absolut nicht mit Sicherheit sagen, ob es glutenfrei ist oder nicht. Da die Herren das auch nicht können, aber sehr bemüht sind, meine Komsumentenanfrage schnellstens zu bearbeiten, wird sofort das Mobiltelefon gezückt, um die Vertriebsleiterin zu kontaktieren, was prompt fehl schlägt, weil der Empfang in dem Laden so mies ist, wie er im Luftschutzbunker besser nicht sein könnte. Stahlbeton scheint günstig zu sein. Schließlich erreicht der Kollege, der mich zuerst angesprochen hat mit seinem Telefon die Dame vom Vertrieb und geben folgende Information an mich weiter: Nein, Gerstenmalz ist nicht glutenfrei, aber es gibt genau ein Produkt von Kellogg’s, welches mit 100%iger Sicherheit von Menschen mit Zöliake ohne gesundheitliche Bedenken genossen werden darf: Choco Krispies XXL. Die Packung ist hellblau mit einem lustigen Elefanten. Das ist doch immerhin ein kleiner Teilerfolg, der mich sehr freut, denn das Kellogg’s Produkt ist doch ein wenig günstiger als ein ähnliches Frühstückscereal der Marke GLUTANO.

Vor unserem Ausflug zu REAL waren meine Freundin und ich in dem daneben gelegenen, zweistöckigen Asiamarkt. Ich erspare euch eine Aufzählung der Kuriositäten fremder Kulturen. Nur so viel: Wir kaufen Reisnudeln, Erdnusssaucenpulver, eingelegte Lotuswurzeln und Pak Choi, was so eine Art Mangold ist, nur irgendwie anders. Sieht jedenfalls Mangoldähnlich aus. Reisnudeln sind natürlich, ihr habt es schon erraten, glutenfrei. Wenn ich für jedes Mal, dass ich dieses Wort erwähne, einen Euro bekäme, könnte ich hiermit richtig Geld verdienen, was meint ihr?
Okay, Spässle g’macht, zurück zum Thema. Zum Mittagessen hauen wir das alles in einen Wok und es ist total lecker. Ich nehme mir vor, das öfter zu machen. Überhaupt sind Reisnudeln eine Art Erlösung- ein Produkt mehr auf der Liste derer Dinge, die ich essen darf. Zum Nachtisch gibt es einen äußerst dubios aussehendes asiatisches Dessert. Es sieht aus, wie Pudding, bzw. es heißt auch Pudding- es kommt in den Sorten Orange, Erdbeere, Litschi und Honigmelone. Ich probiere Honigmelone. Gar nicht mal so schlecht- sogar meine Freundin, die wiederum keine Gelatine verträgt, darf „genießen“. Es schmeckt tatsächlich nach dem, wonach es angeblich schmecken soll, beinhaltet aber Stückchen von irgendetwas. Zuerst glauben wir, dass es die jeweilige Frucht ist. Nach einer kurzen Internetrecherche stellt sich heraus, dass die Beigabe etwas ist, dass sich „Nata de Coco“ nennt- gewürfelter Kokosnusssaft, der bakteriell fermentiert wurde (das wird z.B. auch mit der Milch gemacht, damit sie zu Joghurt wird) . Dabei bekommt der Saft dann eine Gelatine-atige Konsistenz, nur etwas bissfester. Von sich aus nicht sehr geschmacksintensiv wird es i.d.R. aromatisiert und auf den Philippinen als Dessert zu Puddings, anderen Süßspeisen oder Getränken gereicht. Ich sage dazu nur: UAHRKS und lasse das Zeug in den ohnehin schon verschwindend kleinen Bechern.
Am Abend werde ich dann noch einmal bekocht und der Tag klingt locker aus, mit ein wenig selbst gemachtem Zitronensorbet und einer halben Flasche Sekt.
Und dann ist es auch schon:

Mittwoch
… und mein Kopf miaut ein wenig vom Sekt. Ich verbringe einen sehr faulen Tag, koche nichts, sondern esse nur die Reispfanne von Montagabend auf und beschäftige mich Gedanklich damit, dass ich mich eigentlich noch mit Recherche zum Thema befassen will- gibt es nützliche Webseiten, Bücher, vielleicht sogar einen Einkaufsführer für Betroffene? Auf jeden Fall bin ich immer noch motiviert und bisher finde ich es überhaupt nicht kompliziert, mich glutenfrei zu ernähren. Das Gegenteil ist der Fall: Ich freue mich, dass ich mich jetzt mehr mit meiner Nahrungsaufnahme beschäftige. Ich esse im Moment definitiv überlegter und auch abwechslunsgreicher als vorher, weil alles, was man sich „mal so eben schnell“ machen kann, eben nicht mehr so schnell geht. Pizza in den Ofen, Nudeln mit Pesto… Klar, Nudeln mit Pesto ginge immernoch, ginge aber auch ins Geld und SO lecker sind die Spezialnudeln nicht. Nichts im Vergleich zu meinen geliebten Nudeln aus dem blauen Pappkarton. Auch unterwegs ist es nicht so einfach- außer Pommes und Döner in der Box ist die Auswahl doch recht beschränkt, was das Essen außerhalb angeht, weil entweder offensichtlich Gluten drin/dran ist, oder man nicht genau wissen kann, was nun verwendet wurde. Viele Saucen werden mit Mehl abgebunden (Beispiel: Asia-Imbiss) oder es wird einfach so Mehl verarbeitet (Burger Patty- Glutenfreiheit unsicher). Beim Bäcker was holen- muss ich jetzt ja nicht erklären, ihr seid ja inzwischen auch Experten, n’est pas?
Man muss generell besser planen: Was nehme ich mit zu essen, was kann ich unterwegs evtl. kaufen? Der Donnerstag, der mir bevorsteht, ist ein Feiertag und ich war zu faul einkaufen zu gehen… Überraschung! Was ich dann esse, werde ich mir dann ausdenken.
Der Tag war schnell vorbei und bis auf meine Gedanken zum Experiment auch äußerst unspannend.

-Fortsetzung folgt-

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Ein Gedanke zu “*GLUTENFREI LEBEN, Pt. II

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