*love song II

Hiermit möchte ich einen weiteren Song näher bringen, den ich als einen der schönsten Lieder über Liebe bezeichne.

Er heißt „boats and birds“ und ist von gregory and the hawk.

If you be my star
I’ll be your sky
you can hide underneath me and come out at night
when I turn jet black and you show off your light
I live to let you shine
I live to let you shine

but you can skyrocket away from me
and never come back if you find another galaxy
far from here with more room to fly
just leave me your stardust to remember you by

if you be my boat
I’ll be your sea
a depth of pure blue just to probe curiosity
ebbing and flowing and pushed by a breeze
I live to make you free
I live to make you free

but you can set sail to the west if you want to
and past the horizon till I can’t even see you
far from here where the beaches are wide
just leave me your wake to remember you by

if you be my star
I’ll be your sky
you can hide underneath me and come out at night
when I turn jet black and you show off your light
I live to let you shine
I live to let you shine

but you can skyrocket away from me
and never come back if you find another galaxy
far from here with more room to fly
just leave me your stardust to remember you by
stardust to remember you

In diesem Song geht es für mich eindeutig um eine sehr reine Form von Liebe. Jedes Mal, wenn eine Beziehung scheitert, versuche ich, eine Lehre daraus zu ziehen, mich weiter zu entwickeln, beim nächsten Mal nicht die gleichen Fehler zu machen. Mit 16 hat alles noch keinerlei Bedeutug, geschweige denn Konsequenzen. Man ist sich irgendwie bewusst, wenn auch meist nicht tatsächlich, dass der andere eine Trennung überleben wird. Jemand anderen finden wird, mit dem er eine Weile glücklich sein kann. Man weiß selbst nicht, wo man in 5 Jahren stehen wird und so wirklich ist es auch gar nicht von Bedeutung für einen selbst oder eine Beziehung, die man führt. So mancher Jüngling fragt sich, wieso er noch keine feste Freundin hatte und manches Mädchen kann sich vor Zuspruch kaum retten, vielleicht, weil sie dicke Titten hat, oder den verführerischen Schlafzimmerblick. Es gibt sie alle, die verschiedensten Typen von Menschen, aber irgendwie hat jeder von Ihnen die Hoffnung, dass sich alles sowieso noch hundert mal ändern wird, bis man „erwachsen“ wird.
Irgendwann ist man dann mit Dingen wie Abi, Ausland, Studienbeginn beschäftigt und egal, wen man an seiner Seite hat, man kümmert sich doch eher um sich, gibt dem eigenen Leben endlich eine selbst bestimmte Richtung, vielleicht zieht man weit weg und versucht eine Fernbeziehung, vielleicht scheitert das ganze aber auch am Tag des Abiballes. Jetzt schmerzt die Trennung vielleicht schon etwas mehr und man macht sich Gedanken, ob man wohl einen großen Schmerz der Sorte „zu viel Vodka und  zu viele Chickenwings“ beim anderen hinterlassen hat. Ein zartes „do you ever think of me, for I still think of you sometimes“ schleicht sich ein, loslassen geht nicht mehr ganz so plötzlich wie noch vor 5 Jahren und man beginnt, sich erste Gedanken über Liebe zu machen. Über die Fehler, die man in Zukunft vermeiden will. Die Ansprüche werden größer, man weiß nun, dass ein Fussballfreak erst Mal ein Freak bleiben wird und dass Jahreszeiten sich ändern, Menschen aber nicht unbedingt. Man erkennt, dass es sinnlos ist, jemanden ändern zu wollen, glaubt aber immer noch, voller romantisch-verklärter Hoffnung, an ein verschmolzenes „wir“, an etwas großes, etwas, das sich von alleine „richtig“ anfühlt.
An diesem Punkt bleiben meiner Meinung nach die meisten von uns kleben. Hollywood hat uns gelehrt, dass Liebe sich einfach ergibt – beste Freunde werden Liebende, Fremde brennen ihre Zweifel am Leben in einem Inferno der Leidenschaft nieder und was sich liebt, das neckt sich. Ganz zu schweigen von all der verbotenen Liebe zwischen Kollegen oder gar verfeindeten Banden- egal in welchem Paralleluniversum wir träumen, die Musik- und Filmindustrie hat für jeden den passenden Stoff, greift uns mit Samthandschuhen an der empfindlichesten Stelle eines jeden Menschen: Der Angst davor, allein zu sein. Schlimmer noch: Allein zu sterben.
Meine Theorie: Wer nicht alleine sein kann, wird, in unserer Welt, heute, wo wir alle frei sind zu tun, zu lassen und uns drei Mal pro Minute für etwas anderes entscheiden zu können, nie lernen, zu lieben. Denn die Ehe genügt nicht mehr als tragende Kraft der Einsamkeitsvermeidung. Es gibt zu viel anderes zu sehen und zu entdecken, man will noch andere Dinge erreichen als nur „nicht alleine sterben“. Eigentlich ist man ein Egoist und man muss es auch sein, um nicht völlig verrückt zu werden. Niemand kann sich vor dem großen Angebot der Möglichkeiten verschließen, das unsere Welt uns derzeit bietet. Aber was hat das nun mit der Liebe zu tun, über die ich meinen Artikel begonnen habe?
Denkbar einfach. Altbekannt ist: Wer sich selbst nicht liebt, der kann nicht lieben und: Wenn du etwas liebst, lass es gehen.
Mehr denn je wollen wir uns verwirklichen, alles ausprobieren, lernen, was gut tut und was uns schadet, wir könnten überall leben, jedes Hobby pflegen, jeden Lebensstil.
Forscher sagen: Je mehr gemeinsame Ziele man hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Beziehung stabil bleiben kann.
Nun frage ich: Sind wir heute in der Lage, Ziele aufrecht zu erhalten? Die Ablenkung ist riesig groß. So müsste man doch, übertrieben gesprochen, ständig einen neuen Partner suchen, dessen Ziele sich auch fortlaufend ändern. Immer, wenn etwas schwierig wird, haben wir die Möglichkeit, etwas neues zu beginnen, weil uns das alte Ziel plötzlich nutzlos und unser Ehrgeiz, es zu erreichen, als überzogen erscheint. Wie aber ist es mit der Seele eines Menschen? Mit dem Herzen, dem wir die Hoffnung auf das höchste Ziel offenbart haben: „“Du musst nicht alleine sterben. Ich bleibe bei dir.“? Was passiert, wenn das gemeinsame Ziel plötzlich von einem Menschen nicht mehr geteilt und aufrecht erhalten werden kann?
Ich glaube, wir brauchen ein neues Ziel für Beziehungen. Das Ziel darf nicht sein, dass man sich bis ans Ende seines Lebens treu sein muss. Das Ziel sollte viel eher lauten: Man sollte sich nicht betrügen. Man sollte dem anderen Ehrlichkeit garantieren, um eine Beziehung zu stabilisieren. Wir brauchen heute mehr Freiräume als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Nicht, weil wir egoistischer geworden wären, sondern weil wir diesen Raum tatsächlich benötigen. Wie soll ich mich frei entfalten, wenn ich weiß, dass jeder Schritt dem anderen den Boden unter den Füßen wegschlagen könnte? Der Schlüssel ist, der eigene Lebensmittelpunkt zu sein und dem Gegenüber das gleiche Recht einzuräumen. Das Recht, nur noch ausgewählte Dinge und nicht per se „alles“ mit dem anderen zu teilen, nur, weil die Ehe das so festgelegt hat. In guten wie in schlechten Tagen: Ein gutes Motto. Dennoch hat jeder ein Recht darauf, die guten und schlechten Tage auch allein zu erleben, ohne gleichzeitig zu sagen „Ich liebe dich nicht mehr“ oder „Ich schließe dich aus“. Das eigene erleben und Handeln hat doch mit dem leisen, süßen Gefühl im Herzen rein gar nichts zu tun. Die Beweise für ein Vorhandensein von Liebe dürfen nicht auf irgendwelchen „messbaren“ Parametern basieren, nicht auf Blumen, Pralinen, verschickten SMS oder E-Mails, eine bestimmten Frequenz von Kontaktaufnahme, gemerkten Hochzeitstagen oder vergessenen Kindergeburtstagen. Neue Messinstrumente müssen her, müssen die längst vermessenen Kriterien endlich außer Kraft setzen. In der Liebe muss man versuchen, die Sprache des anderen sowohl zu sprechen als auch zu verstehen. Nur, weil wir selbst Blumen verschenken und SMS verschicken, um zu sagen „Ich liebe dich“, heißt das noch lange nicht, dass der andere seinen Gefühlen genau so Ausdruck verleiht. Jedes Paar muss selbst festlegen, welche Dinge es sind, die den Partner fühlen lassen, dass Liebe vorhanden ist, dafür gibt es kein Patenrezept. Man sollte jedenfalls nicht einfach vom eigenen Verhalten ausgehen und dem anderen Lieblosigkeit vorwerfen, nur, weil er nicht auf die gleiche Weise, wie ein Spiegel, eine bestimmte Handlung zurückwirft. Miteinander zu reden ist der Schlüssel zur Ehrlichkeit und damit zum potentiellen Fortbestand des Zusammenseins. Wenn man Lust hat, mit jemand anderem zu schlafen, eine Weile allein zu sein, egal, was man möchte: Man sollte darüber sprechen. Denn es muss nicht heißen, dass man nicht mehr liebt. Es kann nur heißen, dass man seinen eigenen Horizont erweitern möchte, dass man neue Aspekte in die Beziehung einbringt, in irgendeiner Form, früher oder später. Es gibt keine Garantie für ewige Liebe. Aber es kann eine Garantie für Ehrlichkeit und Respekt geben. Wenn die Zeit gekommen ist, zu reden, sollte man einfach den Mund aufmachen. Tief atmen. Und nötigenfalls den anderen gehen lassen, um ihn fester an sich zu binden.

„You can skyrocket away from me and never come back if you find another galaxy.“

Denn am Ende hat man ja immer noch: Sich selbst. Das Wertvollste, was man im Leben besitzen kann. Die Gewissheit, dass man nicht alleine sterben wird, weil man sich in guter Gesellschaft befindet. Und glaubt mir: Mit dieser Einstellung wird das vom anderen Weggehen nicht leichter. Die Bindung wird enger, weil man sich selbst treu bleiben kann und trotzdem geliebt wird. Denn das ist es, was jede Menschenseele will: Geliebt werden um ihrer Existenz willen. Nicht um ihrer Taten.

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